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Gebete

Gott, hilf mir!
Dunkle Schatten des Todes
nehmen mir die Kraft zum Leben.

Mir ist elend,
Tränen kleiden mein Antlitz,
Schmerz lässt mich erstarren.
Traurig sind meine Tage,
traurig bin ich.

Gott, wende dich mir zu,
steh mir bei,
gib mir Halt.
Ich vertraue auf deine Liebe.

Amen.

Carmen Berger-Zell

 

Psalm 151 – Könnte ich mich doch fallen lassen zu dir, Gott

Könnte ich mich doch fallen lassen zu dir, Gott.

Einfach loslassen meine Seele.

Dämmerung umfängt mich mit kühlem Wehen,

stilles Mondlicht streichelt die wilden Wellen.

Ihrem nimmermüden Spiel scheinst du Sinn,

den ruhelosen Wolken ein Ziel zu geben.

Ich aber kann keinen Schritt mehr tun,

stehe im Sand wie angewurzelt.

Schmecke nur das Salz auf den Wangen,

während mein Auge sich am Horizont verliert.

Töne, Bilder, was heute gewesen, alles verklingt.

Leise singt der sterbende Tag seine Erinnerung.

Nur mein Warum? findet endlich zu dir,

traurig und müde und leise, Warum?

Beschützt vom ruhigen Rauschen der See,

eine kleine Himmelsleiter zwischen dir und mir.

Mein Gott, Du hast ihn mir gegeben,

warum hast du ihn mir genommen?

Siehst du nicht, wie sein Leid meine Seele lähmt,

wie seine Angst Stricke um mein Herz windet?

Darum flehe ich zu dir, Gott,

wisch ab alle Tränen von seinen Augen.

Wirf sie in die Wellen und zu den Wolken,

daß mein Auge sie spüren kann.

Und ich mich fallenlassen kann zu dir,

endlich loslassen meine Seele,

weil ich glaube, daß du mich auffängst,

mein Gott.

 

Silke Hamburger