Trauernde Eltern

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Stefanie Bachstein, Du hättest leben können

Bergisch Gladbach 2002

Du hättest Leben können

Es war der Geburtstag ihrer Mutter, als die siebenjährige Jule auf dem Weg zur Schule nach einem Verkehrsunfall stirbt - doch nicht an den Verletzungen, sondern weil sie von der eintreffenden Notärztin falsch behandelt wird.

Bewegend schildert Stefanie Bachstein, wie sie und ihre Familie die Zeit nach dem Tod ihrer Tochter erlebten. Wo sie Hilfe fanden aber auch wie Verantwortliche, statt Beileid zu bekunden oder Mitgefühl zu zeigen, Verteidigungsbriefe schickten .

Erst als ein paar Monate nach Jules Tod der Obduktionsbericht und das Gutachten des Instituts für Rechtsmedizin in einem großen braunen Umschlag die Familie erreicht, realisieren sie, dass ihre Tochter nicht an den Folgen des Verkehrsunfalles gestorben wäre. Schwarz auf weiß müssen sie lesen: Jule starb, weil die Notärztin den Beatmungsschlauch, statt in die Luftröhre, in die Speiseröhre legte. Der medizinische Fachbegriff dafür lautet: Fehlintubation. In allen Einzelheiten erfahren sie aus dem Gutachten, was in Jules letzten Lebensminuten geschah; wie der Notarzt, aus dem nach alarmierten Rettungshubschrauber sofort mit geschultem Blick sah, dass mit der Beatmung von Jule etwas nicht stimmen konnte und er noch alles erdenkliche unternahm, um ihre Tochter zu retten - vergeblich.

Das, was Stefanie Bachstein im Gutachtens las, zog ihr völlig den Boden unter den Füßen weg. Trotz des unermeßlichen Schmerzes beginnt sie mit großem Einfühlungsvermögen und Durchhaltekraft einen Kampf gegen Unrecht und Unwahrhaftigkeit und gegen den Mythos von der Unfehlbarkeit der Ärzte. Sie nimmt einen jahrelangen Kampf mit Versicherung, Institutionen und Politikern auf sich, weil Sie will, dass aus Jules Tod Gutes wächst. Mit viel Verständnis für das Leid der Notärztin, sucht sie den Kontakt zu ihr, kann für sie "Mit-Schmerz" empfinden und reicht ihr die Hand zur Versöhnung.

In beeindruckender Offenheit schildert Stefanie Bachstein ihren Schmerz über den Tod ihrer Tochter, die hätte leben können... Dieses Buch ist besonders empfehlenswert für alle, die in "rettenden" Berufen arbeiten und für diejenigen, die Notarztdienste zu verantworten haben.

Weitere Informationen und Leseproben finden sie unter: www.stefanie-bachstein.de

Carmen Berger-Zell

Stefanie Bachstein, Du hättest Leben können, Bergisch Gladbach 2002.
ISBN: 3-404-61480-1

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Publikationsdatum dieser Seite: Donnerstag, 22. Februar 2018 14:12