Grabreden und Nachrufe

Grabreden und Nachrufe können sehr hilfreich sein, weil Arbeitgeber, Kollegen und Freunde tröstende Worte finden. Manchmal sind Nachrufe aber auch belastend für die trauernden Angehörigen. Die Regel heißt: Es soll nur das am Grab gesagt werden, was die Verstorbene bzw. den Verstorbenen ehrt und gleichzeitig den Angehörigen gut tut.

Innerhalb der Abfolge der Bestattung werden die Grabreden in der Regel zwischen dem Segenswort der bzw. des Geistlichen und dem letztmaligen Herantreten der Angehörigen an das offene Grab gehalten. Dieser Moment ist belastet, denn viele Angehörigen fürchten sich vor dem letzten Schritt ans Grab. So ist der durch die Grabrede gewährte Aufschub vielleicht eine willkommene Zeitspanne von der man hofft, sie möge nie vorüber gehen.

Im Angesicht des Todes ist es besonders schwierig, etwas Sinnvolles und Eindeutiges zu sagen. Die Situation ist aufgeladen mit Erinnerungen, Mehrdeutigem und Symbolen. Die Trauer engt die Wahrnehmung ein und führt zu befremdlichem Empfinden. Es gibt noch weitere Gründe, warum die Worte am Grab, sei es als Grabrede oder Nachrufe, besonders sorgfältig zu wählen sind.

Manchmal ist es besser, die Worte am Grab zurückzuhalten und eine Woche nach der Beerdigung ein paar persönliche Zeilen an die zu schreiben, die jetzt in großer Trauer sind. Es tut gut zu wissen, dass man mit seiner Trauer nicht allein ist.

Bitte achten Sie bei der Wahl Ihrer Worte darauf, dass Sie Ihre - tief empfundene und ehrliche - Trauer den Angehörigen nicht noch zusätzlich aufladen.

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Publikationsdatum dieser Seite: 03.12.2014 11:42