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Zu Hause sterben

Diakonisches Werk Hamburg startet Kampagne

Expertin Karin Helmer vom Diakonischen Werk Hamburg sagt: "Neben erforderlichen Qualifizierungen werden flächendeckende Angebote von Netzwerken aus ambulanten Hospizdiensten, Pflegediensten, Ärzten, Seelsorgern und Ehrenamtlichen benötigt. Auch die Finanzierung dieser Arbeit muss gewährleistet sein."

Für eine professionell-umfassende Sterbebegleitung gibt es heute den Begriff "Palliative Care". Diese versucht, die Lebensqualität in der letzten Lebensphase zu verbessern oder möglichst langfristig zu erhalten. Das kann durch frühzeitiges Behandeln von Schmerzen, Linderung von anderen Symptomen und Hilfen in sozialen, spirituellen und physischen Problemlagen erfolgen. Immer steht der Einzelne - der sterbenskranke Mensch oder auch der trauernde Angehörige - mit seinen Bedürfnissen, Ängsten und Fragen im Mittelpunkt. Dies wird derzeit fast nur in stationären Hospizen realisiert. Im eigenen Wohnumfeld - ob in der Wohnung oder im Pflegeheim - ist es grundsätzlich möglich, im umfassenden Sinne von Palliative Care jedoch noch die Ausnahme.

Zur Diakonie gehören schon heute 7 ambulante Hospizdienste mit über 200 geschulten Ehrenamtlichen, 30 ambulante Pflegedienste, 40 Pflegeheime und acht Krankenhäuser. Zur Qualifizierung gründete das DW Hamburg in diesem Jahr die Palliative Care Akademie, als Teil des Diakonischen Fortbildungszentrums auf der Anscharhöhe. Jetzt werden Palliative-Care-Netzwerke gebildet.

In der Öffentlichkeit ist es bisher kaum bekannt, welche Möglichkeiten von Palliative Care zu Hause es gibt. Darüber will die Kampagne mit ihren fast zwanzig Veranstaltungen bis Ende November, mit Plakaten, Faltblätter und einer Website aufklären.

Bischöfin Maria Jepsen als Schirmherrin der Kampagne dankte allen, die in Hamburg schon heute daran mitwirken, dass Menschen zu Hause sterben können. Als Pastorin habe sie damit lange Erfahrung.

Auch die Sozialbehörde begrüßte in einer Pressemitteilung zum Welthospiztag, der am 1.Oktober war, Initiativen von Verbänden, die zur Aufklärung beitragen, damit das einstige Tabu-Thema Sterben in der Gesellschaft diskutiert wird und sich noch mehr Menschen über die Möglichkeiten der hospizlichen und palliativ-pflegerischen Betreuung informieren.

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Publikationsdatum dieser Seite: Donnerstag, 22. Februar 2018 14:11