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Pietà - trauernde Maria in evangelischer Kirche

Die Heftricher Pietá ist eine auf wenige Merkmale reduzierte szenische Darstellung der Maria. Anders als bei allen Vorbildern wird auf die Darstellung jeglicher Details verzichtet. Maria und Jesus haben weder ein Gesicht, noch einen Körper. Die ganze Szene besteht nur aus einer Hülle, deren Gestalt ausreicht, um die Handlung zu beschreiben. Die fehlenden Elemente werden im Kopf des Betrachters nach eigener Auffassung und Gemütslage ergänzt oder auch weggelassen.
Der Heftricher Betonkünstler Sven Backstein, der in Idstein bereits durch die Goldsteine vor dem Rathaus und andere Objekte von sich reden machte, ließ sich durch Michelangelos Werk inspirieren und fasste vor gut einem Jahr den Entschluss, eine Pietá aus Beton zu modellieren. Auf der Suche nach dem passenden Standort stieß er bei Markus Eisele, dem evangelischen Pfarrer für Heftrich und Bermbach auf offene Ohren. So entstand das Projekt "Heftricher Pietá", ein Dialog zwischen Künstler, Pfarrer und Mitgliedern der Gemeinde. Das in Gold gefasste Innere der Pietá ist  für die Aufstellung von Kerzen vorgesehen. So soll der begonnene Dialog auch zum Dialog zwischen Glaube und Kunst werden.

Da der Betrachter keine Details vorfindet, erübrigen sich alle Fragen nach richtiger oder falscher Darstellung, zeitgemäßer oder überholter Auffassung. Stattdessen wirken allein die Gestalt und die Farben. Das Äußere der Pietá ist rau, zernarbt und im fast zum Schwarz verdunkelten Blau des Himmlischen angelegt. Dazu kontrastierend leuchtet aus dem glatten Inneren das ungetrübte Gold des Göttlichen, quasi Trost spendend.
Während man anhand der äußeren Hülle die Gestalt der Maria noch klar erkennen kann, ist der einzige Hinweis auf Jesus ein breit klaffender Spalt im Schoß der Maria. Was man sieht, ist also im Grunde nur die Leere, die er hinterlassen hat, ein Stück der Maria, das fehlt. Allerdings wird durch den entstandenen Spalt das Innere der Maria zugänglich, und das nicht nur für den Blick.
Die Auseinandersetzung der Gemeinde mit der Pietá soll an dieser Stelle über das bloße Betrachten hinausgehen. Es ist eine Belebung der Maria durch hineingestellte Kerzen beabsichtigt, die das Gold im Inneren stärker hervortreten lassen. So wird sich das Erscheinungsbild in dem Maße verändern, in dem sich die Gemeinde mit ihrer Pietá beschäftigt.

Weitere Informationen sind bei Pfarrer Markus Eisele erhältlich, Tel: 06126 - 22 88 22, Email: markus.eisele@ekhn.de.

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Publikationsdatum dieser Seite: Montag, 18. Dezember 2017 14:53