Was passiert nach der Bestattung?

Wenn die letzten Verwandten abgereist sind, kehrt mit der Ruhe auch die Leere oder die Empfänglichkeit für den Schmerz ein, den der Tod bereitet.

Zwar ist immer noch viel zu erledigen. Vielleicht beschäftigen Sie die Verfügungen, die im Testament getroffen worden sind. Korrespondenz mit dem Bestattungsinstitut, mit Versicherungen und Banken ist zu führen. Oder Sie finden Zeit, sich für die Kondolenzschreiben zu bedanken. Entscheidungen, die das Grab betreffen, müssen getroffen werden. Die Grabpflege wird auch schon Thema sein. Eventuell ist ein Haushalt aufzulösen oder ein Umzug wird von Ihnen verlangt.

Wer trauert, für den verändert sich häufig das Zeitempfinden. Zurückgezogen in sich selbst verlangsamen sich die Ereignisse, die um einen herum ablaufen.
Die Sehnsucht nach der Verstorbenen, nach dem Verstorbenen wächst und wird manchmal unerträglich. Gefühlsschwankungen verunsichern zusätzlich: Kleinigkeiten reizen maßlos oder können einen heftigen Schauer heißer Tränen provozieren. Die bzw. der Verstorbene wird in der Erinnerung idealisiert und fehlt dann noch mehr.

Auch religiöse Fragen stellen sich: Wo ist der verstorbene Mensch jetzt? Wie kann ich mit meiner Trauer weiterleben, was tröstest mich? Was ist überhaupt wichtig im Leben und wovon lebe ich? Was ist der Sinn des Sterbens, des Leidens, des Lebens? Sie können jederzeit einen Seelsorger oder eine Seelsorgerein um ein Gespräch bitten, um solche und andere Fragen zu besprechen Im Evangelischen Gesangbuch unserer Landeskirche finden sich Lieder, Gebete und einige wenige literarische Texte, mit denen die Trauer ausgedrückt werden kann.

Viele Hinterbliebene erleben diese Zeit als sehr intensiv. Für manche wachsen in der Familie durch die gemeinsame Trauer die Nähe und das Zusammengehörigkeitsgefühl.

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Publikationsdatum dieser Seite: 2016-11-20