Hereinbrechende Dunkelheit [(c) Angela Cremer]

Ich fühle mich traurig

Ich sah nichts mehr, ich hörte nichts mehr. Ein schwarzes Nichts brach über mich herein. Und riss an mir, riss eine tiefe Wunde, riss bis das Blut troff, riss bis die Seele schrie.

Tage darauf. Mit ihren zwei Händen hatte sie meinen Kopf gehalten. Wange an Wange. Keine Träne war da gewesen. Mir kamen die Betonkübel unserer Fußgängerzone in den Sinn, Blumen lagen darin vertrocknet. Alles war tot in mir. Ich sah den Erdhügel vor mir, die Blumen, die Hand, die das Kreuz schlug.

Da riss der Vorhang entzwei. Ich sah, ich hörte. Meine Tränen durchbrachen die Finsternis. Sie liefen unsere Wangen entlang, durch unsere Finger und fielen zu Boden. Tränensaat. Wasser des Lebens. Und ein Anflug von Freude durchflutete mich.

 

Markus Eisele

Gebete - Lyrik - Meditation
Ich fühle mich
Ich lebe mit

Copyright © 2011 Trauernetz in der Evangelischen Kirche | Datenschutz | Impressum
Publikationsdatum dieser Seite: 08.12.2011 17:43