Einfallendes Licht (1. Teil) [(c) Angela Cremer]

Ich lebe mit Träumen

Nacht, Haus, Geborgenheit. Traum, sich Finden lassen, von Dir im Traum.

Träume seien Schäume, sagen sie in der realen Welt. Was aber ist real, wenn ich nur Dir begegnen kann? Träume als Räume unmöglich möglicher Begegnung: Sie sind vielleicht die einzige wiederkehrende Verbindung nach drüben. Meist mit kleinen Botschaften: "Sei nicht traurig. Es geht mir gut". Der Lieddichter Paul Gerhard lässt so ein verstorbenes Kind aus dem Jenseits  seinen Eltern Trost zusprechen, fast wie im Traum: "Da will ich eure Treu und Müh / Und was ihr eurem Kranken / Erwiesen habt, im Himmel hie, / Sobald ihr kommt, verdanken". "Sobald ihr kommt"? Trauer kann warten, Trauer hat nicht nur ein Ziel, sondern auch ein Ende, sagt dies Traumlied aus dem Jenseits "Sobald Ihr kommt". Das ist häufig die Traumbotschaft.

Der Traum und die Trauer. Es ist wie nach Hause kommen, aber eben vorläufig. Man wacht wieder auf; ist wieder hier und muss auf den nächsten Traum warten. So hat der Traum seine Grenze im Wachen. Aber es bleiben vielleicht Ahnungen oder sogar Gewissheiten, so dass man sagen kann: In den Träumen lebe, webe und bin ich schon jetzt - mit Dir. Sehnsucht und Glück. Aber eben - nur - im Traum!

Wolfgang Teichert

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Publikationsdatum dieser Seite: 08.12.2011 17:41