Licht und Raum XI [(c) Angela Cremer]

Ich lebe mit Mächten

Du, unser Gott,
ich möchte so gern in der Gewissheit leben und sterben,
dass mich weder Tod noch Leben, weder Engel noch Mächte noch Gewalten
von deiner Gegenwart und Liebe trennen können.
Aber ich bin so besetzt von der Macht meiner Traurigkeit und Verzweiflung,
dass ich dich in meinem gegenwärtigen Leben nicht spüren und nicht erkennen kann.

Alle die vertrauten Worte von deiner Menschenfreundlichkeit,
du großer Gott,
erscheinen mir gerade wie Schall und Rauch.
Wo war denn deine Lebensmacht, Gott,
als die Macht des Todes mir den Menschen nahm, den ich so liebte?
Wo war denn deine Liebesmacht, Gott,
als der Mensch, den ich liebte, so qualvoll leiden und sterben musste?
Ich fühle mich getäuscht von meinen Glaubenshoffnungen
und ich bin enttäuscht von deinen Verheißungen, Gott!

Und doch
kann und will ich nicht von dir lassen.
Du Gott, meine Zuflucht und meine Hoffnung.
Hilf mir, Gott,
dass mich die Todesmächte,
dass mich Ängste und Verzweiflung nicht lähmen und gefangen halten.
Lass mich neu spüren und erfahren:
Mich kann nichts scheiden von deiner Liebe, Gott,
die du uns im Leben, Sterben und Auferstehen Jesu Christi offenbar gemacht hast.

Anne und Nikolaus Schneider

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Publikationsdatum dieser Seite: 08.12.2011 17:56