Licht und Land XXIII [(c) Angela Cremer]

Ich möchte Frieden

Die Trauer macht mich ruhelos. Tag und Nacht. Ich möchte schlafen, aber des Nachts drehen sich meine Gedanken im Kreise. Selbst im Schlaf finde ich keinen Frieden - wie am helllichten Tag: ich möchte wach und aufmerksam sein, aber die Gedanken der Nacht halten mich gefangen.

Gibt es denn in der Trauer keinen Frieden? Immer wieder denke ich an dich: Wo bist du? Hast wenigstens du Frieden gefunden? Werde ich dich wiedersehen? Die ungelösten Fragen machen mich unruhig.

Augustin hat einmal gesagt: "Unruhig ist unser Herz bis es ruht, o Gott, in dir." - Ja, das mit der Unruhe stimmt; dabei ich sehne mich so sehr nach Frieden. Ob ich ihn finde?
Manchmal spüre ich schon Momente des Friedens: wenn ich durch den Wald gehe und irgendwo in der Einsamkeit stehen bleibe: nur ich und die Bäume und das Sonnenlicht, dann spüre ich Frieden; auch wenn ich mir eine Kerze anzünde mitten in der Hektik des Alltags, die Türe hinter mir schließe und Momente für mich bin: dann erlebe ich, wie mich für Momente ein Friede von außerhalb meiner selbst berührt: "Bist du es, Gott?"
Diese Momente des Lebens will ich suchen und mit ihnen den Frieden.

Kristiane Voll

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Publikationsdatum dieser Seite: 08.12.2011 17:26