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Ich möchte loslassen

Meditation

Es ist immer zu früh, wenn ein geliebter Mensch stirbt. Auf einmal heißt es: Abschied nehmen - vom Ehemann oder der Ehefrau, von einem guten Freund oder der besten Freundin, von einem Kind. Dabei gab es noch so viele Pläne. Jetzt ist nichts mehr, wie es einmal war. Wie soll ich weiterleben?  Plötzlich erscheint alles Leben sinnlos. Die Frage nach dem Warum quält. Wieso jetzt? Ich möchte loslassen, weil ich weiß, dass ich nicht festhalten kann. Aber was bleibt? Wie geht es weiter? Und gibt es eine Hoffnung, die über den Tod hinausreicht? In der Offenbarung heißt es: "Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr sein" (21,4). So lautet eines der biblischen Verheißungsworte, dass mit dem Tod nicht alles aus ist. Christus hat mit seiner Auferstehung dem Tod die Macht genommen. Das ist die Hoffnung der Glaubenden. Auferstehung als die Fähigkeit, im offenen Grab, an der Stätte des Todes, das Leben zu sehen. Wir können die Welt auch mit anderen Augen betrachten als mit dem nüchternen Blick auf die reale Macht des Todes. Wäre der Tod die letzte Auskunft über unser Dasein, dann wären wir arm dran. Es gibt ein Tor der Nacht, durch das wir alle gehen müssen. Aber dieses Tor öffnet sich in eine Welt, die bleibt. Deshalb kann ich jetzt loslassen.

Udo Hahn

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Publikationsdatum dieser Seite: Montag, 18. Dezember 2017 14:53