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Ein Psalm (151) - Könnte ich mich doch fallen lassen zu dir, Gott

von Silke Hamburger

Könnte ich mich doch fallen lassen zu dir, Gott.

Einfach loslassen meine Seele.

Dämmerung umfängt mich mit kühlem Wehen,

stilles Mondlicht streichelt die wilden Wellen. 

Ihrem nimmermüden Spiel scheinst du Sinn,

den ruhelosen Wolken ein Ziel zu geben.

Ich aber kann keinen Schritt mehr tun,

stehe im Sand wie angewurzelt.

Schmecke nur das Salz auf den Wangen,

während mein Auge sich am Horizont verliert.

Töne, Bilder, was heute gewesen, alles verklingt.

Leise singt der sterbende Tag seine Erinnerung.

Nur mein Warum? findet endlich zu dir,

traurig und müde und leise, Warum?

Beschützt vom ruhigen Rauschen der See,

eine kleine Himmelsleiter zwischen dir und mir.

Mein Gott, Du hast ihn mir gegeben,

warum hast du ihn mir genommen?

Siehst du nicht, wie sein Leid meine Seele lähmt,

wie seine Angst Stricke um mein Herz windet?

Darum flehe ich zu dir, Gott,

wisch ab alle Tränen von seinen Augen.

Wirf sie in die Wellen und zu den Wolken,

daß mein Auge sie spüren kann.

Und ich mich fallenlassen kann zu dir,

endlich loslassen meine Seele,

weil ich glaube, daß du mich auffängst,

mein Gott.

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Publikationsdatum dieser Seite: Donnerstag, 22. Februar 2018 14:11