Anonyme Bestattung

Immer mehr Menschen wünschen sich heutzutage, anonym beerdigt zu werden. Dabei wird eine Urne mit der Asche des Verstorbenen oder der Sarg mit dem Leichnam an einem Ort beigesetzt, der nicht mit Namen und Lebensdaten des Toten versehen wird. Oft sind das auf den Friedhöfen Rasenflächen, unter denen mehrere Urnen oder Särge beigesetzt werden. Angehörige können dabei anwesend sein.

Die Zahl anonymer Bestattungen nimmt stetig zu. Als Gründe werden hierfür oft die Abscheu vor ungepflegten Gräbern und die Verantwortung gegenüber den Hinterbliebenen, denen man nicht die Grabpflege aufbürden möchte, genannt. Sie ist aber vor allem ein Zeichen dafür, dass in unserer Gesellschaft zunehmend Menschen vereinsamen und der Tod aus dem Bewusstsein gedrängt wird.

Da wir aber als Christen bekennen, dass Gott uns in der Taufe bei unserem Namen gerufen hat, sollte eine kirchliche Bestattung immer mit der Nennung des Namens des Toten verbunden sein. Dies gilt als Zeichen für die je eigene Würde des Menschen und für die in Christus fortgeführte Gemeinschaft der Christen. Auch für Angehörige, Freunde und Bekannte ist es wichtig, einen konkreten Ort zu haben, an dem Trauer ihren Platz finden kann, an dem man allein oder auch gemeinsam des Toten gedenken kann. Insofern möchte die evangelische Kirche der zunehmenden Anonymisierung entgegentreten.

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Publikationsdatum dieser Seite: 2016-11-20